Martin Gaebges, Generalsekretär des Airline-Verbandes führt dazu aus: "Wir haben seit Abschluss der Mediation den Begriff des ‚praktikablen Nachtflugverbotes’ verwendet. Das heißt, unsere Mitglieder respektieren die Forderung der Anwohner nach nächtlicher Ruhe. Eine hundertprozentige Nachtruhe bedeutet aber wirtschaftlich Totenstille für einen Teil unserer über 100 Mitgliedsunternehmen und ihre Mitarbeiter. Es geht also um konstruktive Gestaltung statt propagandistischen Schlagabtausches."
Von den über 100 BARIG-Mitgliedern haben rund 30 Fluggesellschaften Einwendungen in der Anhörung zum Nachtflugverbot geltend gemacht. Dazu Martin Gaebges weiter: "Das heißt natürlich nicht, dass diese Airlines alle rund um die Uhr starten und landen wollen. Aber wir müssen uns die Möglichkeit einer realistischen Betrachtung von künftigen wirtschaftlichen Situationen zumindest offen halten. Der richtige Weg ist es, den vom Regionalen Dialogforum vorgelegten Konzeptvorschlag eines Anti-Lärmpak(e)tes weiter zu konkretisieren und umzusetzen."
Dazu gehört nach Ansicht von BARIG auch das Ausschöpfen weiterer Reserven bei der Reduzierung des nächtlichen Flugverkehrs. So habe vor zehn Jahren noch der Nachtpoststern in Frankfurt als unverzichtbar gegolten. Heute findet die Postverteilung weitestgehend auf dem Landweg statt.
Im Umkehrschluss kann aber auch niemand vorhersagen, welche Anforderungen in den nächsten zehn Jahren auf die gesamte logistische Wertschöpfungskette zukommen werden. BARIG präferiert deswegen eine präzise Definition von Kriterien, welche Flüge für die Region besonders wichtig sind gegenüber der zahlenmäßigen Festlegung von Nachtflügen.
Ein solches Vorgehen berücksichtigt die weiter steigende Komplexität der internationalen Warenströme, von denen im Umfeld des Frankfurter Flughafens nicht nur tausende Mitarbeiter der Fluggesellschaften sondern auch deren Geschäftspartner in der Logistikkette leben.
Als offizieller Vertreter von über 100 in Frankfurt operierenden Fluggesellschaften war BARIG bereits im Mediationsverfahren sowie im Regionalen Dialogforum und verschiedenen Expertengruppen aktiv. In allen Foren vertritt der Airlineverband die Position, dass der Ausbau dringend notwendig ist, um die Perspektiven des Luftverkehrs- und Wirtschaftsstandortes nicht zu gefährden. Weiterhin ist die Kapazitätserweiterung nur dann sinnvoll, wenn die Kapazitäten nach dem Ausbau auch in einem international wettbewerbsfähigen Rahmen zur Verfügung stehen. Dies wäre durch ein absolutes Nachtflugverbot ohne Wenn und Aber nicht gewährleistet.