Ganz anders dagegen das Bild bei den Konjunkturdaten. Die amerikanische Notenbank Fed hat auf ihrer jüngsten Sitzung ihre Wachstumsprognose für 2010 gesenkt. Als Begründung wurden dabei die schleppende Erholung in den USA und die Schuldenkrise in Europa angegeben. Für das Gesamtjahr 2010 erwartet die Fed nun ein Wirtschaftswachstum um 3,0 bis 3,5 Prozent. Zuvor hatte man noch 3,2 bis 3,7 Prozent in Aussicht gestellt. Die negativen Impulse wurden an der Wall Street aber lediglich achselzuckend wahrgenommen.
Ein vergleichbares Bild ergibt sich auch bei der Konjunkturentwicklung in China. Hier wuchs die Wirtschaft im zweiten Quartal lediglich um 10,3 Prozent, nach einem Wachstum von 11,9 Prozent im ersten Quartal. Derweil kommen aus Japan wiederum ganz andere Daten. Hier soll die Wirtschaft im Gesamtjahr um 2,6 Prozent wachsen. Zuvor waren hier 1,8 Prozent erwartet worden. Man sieht, dass die Lage nicht so eindeutig ist wie gedacht. Dennoch würde eine deutliche Abkühlung der chinesischen Wirtschaft der Weltwirtschaft einen herben Schlag versetzen.
In Europa wartet man derweil gespannt auf die Berichtssaison zum zweiten Quartal. Zudem sorgt die europäische Gemeinschaftswährung in diesen Tagen wieder einmal für Schlagzeilen. Der Euro konnte nach langer Zeit wieder die Marke von 1,28 Dollar überschreiten. Hauptgrund dürfte sein, dass der Euro-Rettungsschirm nun doch deutlich kleiner ausfällt als geplant. Der Zinsmarkt bleibt davon unbeeindruckt. Von der Europäischen Zentralbank gibt es keine neuen Nachrichten. Die Bauzinsen bleiben somit in der Nähe ihres historischen Tiefs. Schließlich drückt die Nachfrage nach Bundesanleihen weiterhin auf deren Verzinsung und sorgt so für günstige Konditionen am Markt für Immobilienfinanzierungen.
Mein Fazit: Immobilieninteressierte befinden sich angesichts der anhaltend günstigen Bauzinsen in einer unverändert positiven Lage. Dennoch muss man damit rechnen, dass eine konjunkturelle Aufhellung auch die Bauzinsen wieder deutlich anziehen lässt. Daher sollte man seine Immobilienfinanzierung rasch abschließen und sich die aktuellen Billigzinsen sichern. Dabei sollte man aber auch das Thema Fördermittel nicht aus den Augen verlieren.