Hintergrund der Misere ist die Tatsache, dass Heilpraktiker Ihre Dienstleistungen nicht direkt mit den Krankenkassen abrechnen können. Die Patienten bzw. Klienten müssen alle Rechnungen zunächst aus eigener Tasche begleichen. Mit einer Erstattung bzw. Teilerstattung können die Hilfesuchenden nur dann rechnen, wenn im Vorfeld eine private Krankenversicherung oder eine Zusatzversicherung abgeschlossen wurde.
Die allgemeine Zahlungsmoral der Patienten bzw. Klienten nimmt immer weiter ab. Nicht zuletzt deshalb, weil auch die Krankenkassen ihrerseits, teilweise mit fadenscheinigen Begründungen, die Rückerstattung einzelner Rechnungspositionen verweigern oder kürzen. Die Arbeitsweise der Sachbearbeiter in den Krankenkassen ist nicht immer einheitlich, nachvollziehbar und transparent. In der Bevölkerung fehlt oftmals der Wille, sich eigenverantwortlich um die Gesundheit zu kümmern – auch mit eigenen finanziellen Mitteln.
Therapeuten haben die Möglichkeit, über verschiedene organisatorische Maßnahmen der Misere zu begegnen. Eine Möglichkeit ist z.B. die Abrechnung per Vorkasse oder per Barzahlung nach jeder Behandlungseinheit. Bei kostenintensiven Therapien sollten regelmäßig Abschlagsrechnungen ausgestellt werden. Die Abrechnung über eine sog. Abrechnungsstelle, also der Verkauf von Forderungen, sollte in Betracht gezogen werden. Evtl. macht es Sinn, die Dauer der einzelnen Behandlungseinheiten zu verkürzen. Die abzurechnenden Leistungen sind nicht immer an konkrete Behandlungszeiten gebunden.
Neben den organisatorischen Maßnahmen gibt es eine Reihe von abrechnungstechnischen Möglichkeiten, um der aktuellen Situation entgegen zu treten. Mit Hilfe der Praxissoftware heilpraxisLIFE ist es zum Beispiel möglich, sog. Leistungsketten zu definieren und pro Behandlungseinheit zu berechnen. Eine Leistungskette ist eine optimierte Sammlung von zulässigen, kombinierbaren und abrechenbaren Ziffern. Die Software heilpraxisLIFE enthält eine PAD Schnittstelle, mit deren Hilfe die Abrechnungsdaten an eine Abrechnungsstelle übertragen werden können. Weitere Informationen zur Software siehe http://www.heilpraktikersoftware.de
Stefan Lackermeier
Heilpraktiker