Das Kompromisspaket sieht folgende Eckpunkte vor: Die Entgelte für Zeitarbeitnehmer steigen in drei Stufen bis November 2008 im Schnitt um 7, 6 Prozent. Eine ungelernte Hilfskraft in der untersten Lohngruppe im Westen – derzeitiger Stundenlohn 7 Euro – verdient demnach ab dem 1. November dieses Jahres 7, 21 Euro, ab dem 1. Januar 2008 7, 31 Euro und ab dem 1. November 2008 nächsten Jahres 7, 51 Euro die Stunde. In der höchsten Entgeltstufe, die für einen Einsatzbereich gilt, der eine akademische Qualifikation voraussetzt, steigt der Lohn im Westen stufenweise von jetzt 15, 77 Euro auf 17, 38 Euro. Für die Arbeitsentgelte Ost gilt entsprechendes, allerdings mit einem Abschlag gegenüber dem Westentgelt von 13, 5 Prozent. Der neue iGZ/DGB-Tarifvertrag gilt nach iGZ-Einschätzung für 35 Prozent aller Zeitarbeitnehmer.
„Mit dem Tarifabschluss haben wir uns vor allem in den unteren Lohngruppen auf eine deutliche Steigerung verständigt. Mit dem spätestens im November 2008 in Kraft tretenden Einstiegslohn von 7, 51 Euro im Westen haben wir zusammen mit den Gewerkschaften ein klares politisches Signal gesetzt“, erklärt der iGZ-Verhandlungsführer Holger Piening. Er bewertete den erreichten Abschluss gerade vor dem Hintergrund der derzeit geführten öffentlichen Diskussion über den Niedriglohnsektor positiv. „Das Ergebnis ist für die Zeitarbeitgeber wirtschaftlich machbar und berücksichtigt auch die Interessen der Arbeitnehmer nach fairen und sozialverträglichen Lohnbedingungen hinreichend. Der iGZ-Bundesvorsitzende Volker Homburg betonte: „Der neue iGZ/DGB-Entgelttarifvertrag setzt ein Zeichen dafür, dass die dem iGZ angeschlossen Zeitarbeitsunternehmen keinen Lohn-, sondern einen Qualitätswettbewerb führen wollen“. Auch die Gewerkschaftsseite zeigte sich mit den Ergebnissen zufrieden. Mit dem heute errungenen Tarifabschluss haben wir dazu beigetragen, dass Zeitarbeit sich weiter als normale Tarifbranche etabliert, so der DGB-Verhandlungsführer Reinhard Dombre. Sowohl Gewerkschafts- als auch Arbeitgebervertreter nutzten die gestrige Bekanntgabe des Tarifabschlusses dazu, noch einmal eindringlich an die verantwortlichen Politiker zu appellieren, endlich die Weichen für einen allgemeinverbindlichen Mindestlohn in der Zeitarbeit zu stellen. iGZ und der Bundesverband Zeitarbeit (BZA), die zusammen über zwei Drittel aller organisierten Zeitarbeitsunternehmen vertreten, haben bereits vor einem Jahr gemeinsam mit den Einzelgewerkschaften beim DGB die Voraussetzung für eine Aufnahme der Zeitarbeitsbranche in das Arbeitnehmerentsendegesetz geschaffen, in dem sie einen bundesweit gültigen Mindestlohntarifvertrag abgeschlossen haben. Dieser legt für das Jahr 2008 in der untersten Lohngruppe 7,31 Euro im Westen und 6, 36 Euro im Osten fest.
Jetzt gelte es, so der iGZ, die vereinbarten Standards für alle verbindlich abzusichern und Dumpinganbieter aus dem In- und Ausland dazu zu verpflichten, faire und sozialverträgliche Löhne zu zahlen.