Die Staatsoperette als Vorreiter
Am 19. Juni 2009 erklang an der Staatsoperette Dresden erstmals wieder die Originalfassung der von Erik Charell 1930 im Berliner Großen Schauspielhaus aufgeführten Urfassung des "Weißen Rössl". Das weltweit gesuchte Orchestermaterial der Uraufführung wurde 2008 im Zuge der Vorbereitung der Dresdner Premiere nach intensiven Nachforschungen in einem Zagreber Archiv gefunden. Denn dort lagerte - offensichtlich vergessen - das von Berlin aus für Aufführungen in das Königreich Jugoslawien gelangte Material.
2010 übernahm Peter Christian Feigel, als seine erste Produktion an der Staatsoperette, die musikalische Leitung des "Weißen Rössl". Die in Dresden gespielte Originalfassung, die frecher, greller und schmissiger ist, als das bis dahin gespielte 50er-Jahre-Arrangement, fand schnell großes Interesse. So auch bei den Kollegen der Komische Oper in Berlin. Für ihre "Rössl"-Produktion holten sie 2010 Peter Christian Feigel. Er begleitete mit seinem Wissen um die 1930er Originalfassung und die Dresdner Produktion den dortigen Einstudierungsprozess.
Nun steht Peter Christian Feigel am 14. Oktober selbst vor dem Orchester und dem Ensemble der Komischen Oper und wird die jazzigen Original-Arrangements des "Rössl" wieder zum Klingen bringen.