Deutschlands oberster Verbraucherschützer Gerd Billen begrüßte die Erweiterung. "Aus Patientensicht ist eine umfassende, verständliche und vergleichende Qualitätsdarstellung möglichst aller Leistungsbereiche unabdingbar", sagte der Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. (vzbv).
Ergebnisse für Gallen-OPs in Kliniken in der Nähe ihres Wohnortes finden Patienten auf den Seiten des AOK-Krankenhausnavigators auf Basis der Weissen Liste. Grundlage dieser Orientierungshilfe sind Daten, die nach dem sogenannten QSR-Verfahren ermittelt wurden. Die Abkürzung QSR steht für "Qualitätssicherung mit Routinedaten". Entsprechende Informationen stehen im Internet bereits seit 2010 für planbare Operationen an Hüft- und Kniegelenken sowie wegen eines Oberschenkelhalsbruchs zur Verfügung. Die notwendige Datengrundlage liefert das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO). "Für die aktuelle Erweiterung des Krankenhausnavigators wurden die Daten von über 147.000 AOK-Patienten zwischen 2007 und 2010 aus mehr als 1.000 Kliniken ausgewertet", so Jürgen Klauber, Geschäftsführer des WIdO.
Bei jeder zehnten Gallensteinentfernung treten Komplikationen auf
Gallensteine bilden die häufigste Erkrankungsform der Gallenblase. Verursachen sie Beschwerden wie Koliken oder einen Stau der Gallenflüssigkeit, werden sie meist zusammen mit dem gesamten Organ entfernt. Das geschieht am häufigsten durch einen minimalinvasiven Eingriff, die sogenannte Schlüssellochchirurgie. Allein im Jahr 2010 wurde bei mehr als 170.000 Patienten in 1.150 Kliniken die Gallenblase entfernt. "Bei jeder zehnten Operation bei einem AOK-Patienten traten Komplikationen wie Blutungen und Infektionen auf", erläutert Jürgen Klauber. Ein Drittel der Probleme zeige sich erst, nachdem der Patient die Klinik verlassen habe und erneut stationär aufgenommen werden müsse. Der Klinikvergleich des WIdO deckt auf, dass bundesweit in einem Viertel der Kliniken die Komplikationsrate bei bis zu 6,9 Prozent liegt, während andererseits ein Viertel der Häuser eine Quote von zwölf Prozent und mehr aufweist.
Patienten können sich schnell und einfach informieren
Im Internet können sich Patienten anhand verständlich aufbereiteter Daten schnell einen Überblick verschaffen. Dort sind die einzelnen Indikatoren der Bewertung zu einer Gesamtbewertung zusammengefasst und anhand von Symbolen, die Lebensbäume darstellen, kenntlich gemacht. Je nach der Gesamtqualität der Behandlung kann ein Krankenhaus ein, zwei oder drei Lebensbaumsymbole für unterdurchschnittliche, durchschnittliche oder überdurchschnittliche Qualität erhalten.
Das Besondere an QSR ist die konsequente Berücksichtigung aller Krankenhausbehandlungen eines Patienten bis zu einem Jahr nach dem ersten Eingriff. Zur Berechnung der Qualitätsindikatoren werden Abrechnungs- beziehungsweise Routinedaten verwendet. Solche Routinedaten von Patienten übermitteln die Krankenhäuser automatisch an die Krankenkassen, um eine Behandlung in Rechnung zu stellen. Einen Teil dieser Daten wertet das WIdO für bestimmte Krankheitsbilder in anonymisierter Form aus und analysiert Art und Anzahl der aufgetretenen Komplikationen während und nach dem Krankenhausaufenthalt von Patienten. Ein aufwendiges statistisches Verfahren, das unter anderem das Alter, das Geschlecht und Begleiterkrankungen von Patienten berücksichtigt, sorgt darüber hinaus für einen fairen Krankenhausvergleich.