Mehr Aufmerksamkeit durch praktische Beispiele
Auf spielerische Weise – zum Beispiel durch eine Talkshow – setzen sich die Schüler mit dem Thema Sucht, mit gesellschaftlichen Werten und mit ihrer eigenen Meinung auseinander. Abwechslungsreiche Aktionsspiele, spannende Experimente und authentische Erlebnisberichte wecken das Interesse und die Aufmerksamkeit der Jugendlichen.
Auch die Rauschbrille kommt zum Einsatz. Die Schüler sollen mit scheinbar 1,5 Promille Alkohol im Blut einen Parcours ablaufen, einen Stift vom Boden aufheben oder einen Kronkorken in den einen Meter entfernten Papierkorb werfen. Schnell wird deutlich, dass ein Mensch mit 1,5 Promille sich selbst nicht mehr unter Kontrolle hat, selbst das Geradeaus-Laufen fällt schwer. "Diese Erfahrung prägt sich in ihren Köpfen ein und ist viel wirkungsvoller als ein Fachvortrag", sagt der Jugendreferent.
Bei den Schuleinsätzen ist zudem stets jemand dabei, der von seinen eigenen Suchterfahrungen berichtet. Die ehrliche Beispielgeschichte eines Blaukreuzlers berührt die Jugendlichen. Die Schüler kommen nicht umhin, über ihr eigenes Konsumverhalten nachzudenken. "Auf der nächsten Fete will ich es mal ohne Alkohol versuchen", sagt Martin und befürchtet, dass seine Freunde ihn dann vielleicht kritisch beäugen.
Dirk Höllerhage und Jana Reichelt laden die Schüler in und um Schwelm in die Villa "Xtra Dry" ein. Dort ist die alkohol- und drogenfreie Zone Normalität. Ob beim Kickern oder Billardspielen, beim Gespräch am Tresen oder beim Tanzen zur Freitagsdisco – Alkohol ist tabu. "Die Jugendlichen erfahren, dass sie auch ohne Alkohol eine Menge Spaß haben können", sagt Dirk Höllerhage.
Die Jugendvilla "Xtra Dry" bietet eine Alternative zu den im Trend liegenden "Flatrate-Partys". Den Alkohol verteufeln, möchte Dirk Höllerhage allerdings nicht. "Wir wollen den Jugendlichen Mut machen, Nein zu sagen. Unser Ziel ist es, ihre Persönlichkeit zu stärken, damit sie keine Suchtmittel verwenden, um Schwierigkeiten oder Konfliktsituationen zu bewältigen."