Laut Planfeststellungsantrag des Flughafens sollen die Start-/Landebahn des Flughafens Paderborn/Lippstadt um mindestens 300 m verlängert und zusätzliche Vorfeldkapazitäten geschaffen werden. Das geschieht, obwohl in direkter Konkurrenz zum Flughafen Paderborn/Lippstadt der Flughafen Dortmund ausgebaut wurde und am 18. Juli 2007 die hessische Landesregierung den Ausbau des nahe gelegenen Flughafens Kassel/Calden beschlossen hat. Am 30.Juli endet die Einwendungsfrist gegen das Vorhaben.
„Es ist klimaschutzpolitisch und volkswirtschaftlich unverantwortlich, dass Landesverkehrsminister Wittke am Ausbau von drei NRW-Flughäfen in unmittelbarer Nähe zueinander – Paderborn, Dortmund, Münster – festhält“, sagt Paul Kröfges, NRW-Landesvorsitzender des BUND. Schon der Ausbau des Flughafens Dortmund ab 2004 habe zu einem massiven Einbruch bei den Starts und Landungen in Paderborn geführt. Der Ausbau von Kassel/Calden im Abstand von etwa 50 km werde die Zahl der Passagiere und Flugbewegungen in Paderborn noch einmal deutlich reduzieren. Das würde notwendiger Weise zu einer Subventionierung des Flughafens führen. BUND-Chef Kröfges forderte Minister Wittke auf, „endlich das Flughafenchaos in Nordrhein-Westfalen zu beenden und ein ökonomisch effizientes und klimaverträgliches Flughafenkonzept vorzulegen.“
Außerdem müssten die Anwohner des Flughafens, die unter 2.500 Nachtflügen im Jahr litten, jetzt endlich wirksam gegen den Nachtflug geschützt werden. Der BUND fordert deshalb ein Nachtflugverbot zwischen 22:00 und 6:00 Uhr. „Die Politik habe die Aufgabe, die Gesundheit der Bürger zu schützen statt durch eine Politik des Umweltdumping Flüge nach Paderborn zu ziehen“, so Kröfges.
Werner Reh, Referent für Verkehrspolitik des BUND-Bundesverbandes sieht den Ausbau des Flughafens Paderborn als einen bundesweit extremen Fall eines Aufbaus von Überkapazitäten bei den Flughäfen. Dieser „Konkurrenzkampf zwischen Regionalflughäfen“ werde auf dem Rücken der Umwelt und der Bürger ausgetragen.
Auf Bundesebene sei ein neues Flughafenkonzept vom Bundesverkehrsminister für den Oktober dieses Jahres angekündigt. „Der Flughafen Paderborn bedient die gleichen Kundensegmente wie die Flughäfen Dortmund und Kassel/Calden.
Ein weiterer Ausbau wäre ein Schildbürgerstreich sondergleichen und verschwende zudem Steuergelder“, kritisiert der Verkehrsexperte Reh. Die Maschinen, für die der Flughafen ausgebaut wird, würden vermutlich als erste abwandern. Ein Flughafen, der wie Paderborn/Lippstadt keine Anbindung an das Schienennetz habe, sei nicht überlebensfähig.