Die Reform des Committee of Food Security (CFS) bei der FAO "bietet die Gelegenheit, die internationale Zusammenarbeit zur Sicherung der Welternährung auf eine neue, tragfähige Basis zu stellen", so Aigner. Besonderes wichtig sei dabei die Teilnahme der lokalen Gruppen, die am stärksten gefährdet sind von Hunger und Unterernährung. Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) habe einen nennenswerten finanziellen Beitrag geleistet, damit Vertreter der Zivilgesellschaft aus den Entwicklungsländern an der Welternährungskonferenz in Rom teilnehmen können.
Ein Schlüsselfaktor für die Umsetzung des Menschenrechts auf Nahrung sind gesicherter Zugang zu Land und anderen natürlichen Ressourcen. Derzeit gibt es Investitionen in erheblichem Umfang sowohl aus Industrie- als auch Schwellenländern in Ländern des Südens. "Grundsätzlich sind private Investitionen für die Ernährungssicherheit wichtig. Aber es kann und darf nicht sein, dass diese Investitionen auf Kosten der Bevölkerung gehen", sagte Aigner. Die Bundesregierung unterstütze die FAO bei der Erarbeitung klarer Empfehlungen für großflächige Landkäufe oder -pachten in Schwellen- und Entwicklungsländern.
Neben dem Zugang zu Land und ausreichender Ernährung müsse das Augenmerk auch auf die Veränderung der Ernährungsgewohnheiten gelegt werden. "Während einerseits bei uns die Nachfrage nach Bioprodukten steigt, hält andererseits der Trend zu Fertiggerichten an und hat längst die Entwicklungsländer erreicht", sagte Aigner. Das führe gerade in Ballungszentren zu Problemen. Der Grund: Kinder, die an frühkindlicher Mangelernährung gelitten hätten, seien besonders anfällig für Übergewicht und Diabetes. "Die Ernährungssituation dieser Menschen muss in allen Entwicklungsstrategien gezielt berücksichtigt werden", so Aigner. Das BMELV fördere FAO-Projekte, die Frauen bei einer bedarfsgerechten Ernährung während der Schwangerschaft sowie bei Ernährungs- und Hygienefragen unterstützen.
Bei den FAO-Projekten des BMELV - beispielsweise in Afghanistan, Tansania, Sierra Leone, Kenia und Uganda - geht es unter anderem darum, den Menschen bei der minimalen Bodenbearbeitung zu helfen. "Effiziente Saatgutproduktion, der Aufbau von Genossenschaften, die Minimierung von Ernteverlusten oder nachhaltige Waldnutzung sind weitere Schwerpunkte unserer Entwicklungsarbeit", so Aigner. Darüber hinaus gebe es Bildungsprogramme für gesunde Ernährung. Auch bei den geplanten Neuvorhaben in Haiti, Mozambique und Tansania stehe die Landwirtschaft im Zentrum.
Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.bmelv.de/...