Kontakt
QR-Code für die aktuelle URL

Story Box-ID: 395291

Deutsche Welle Kurt-Schumacher-Str. 3 53113 Bonn, Deutschland http://www.dw.de
Ansprechpartner:in Herr Steffen Heinze +49 228 4292014
Logo der Firma Deutsche Welle
Deutsche Welle

Tunesien: Präsident für Konsens zwischen Säkularismus und Islam

Moncef Marzouki im Interview der Deutschen Welle

(lifePR) (Bonn, )
Der tunesische Präsident Moncef Marzouki hat zu einem Konsens zwischen Säkularismus und Islam in seinem Land aufgerufen und den Extremismus auf beiden Seiten kritisiert. Die Gesellschaft seines Landes sei "zweigeteilt in Säkulare und Konservative", sagte der Präsident in einem Interview der Deutschen Welle. Diese zwei Teile müsse man "miteinander verbinden".

Die tunesische Regierung habe "beide Seiten zu vertreten". Marzouki, der nach der Revolution 2011 zum Übergangspräsidenten Tunesiens gewählt worden war, gehört der als gemäßigt links geltenden Partei "Kongress für die Republik" an.

Politische Gruppierungen behinderten den friedlichen Wandel Tunesiens. Marzouki: "Diese wollen nicht, dass der Prozess erfolgreich und friedlich umgesetzt wird. Sie wollen keine Wahlen und möchten Chaos provozieren." Der Politiker nannte "militarisierte Gruppen, Dschihadis, Teile der Salafisten". Auch auf der anderen Seite gebe es "säkulare Extremisten, die keinen friedlichen Wandel wollen. Aus ideologischen Gründen, weil sie den Islamismus verteufeln. Sie wollen nicht hören, dass Tunesien ein muslimisches Land ist."

Die Ermordung des säkularen Oppositionspolitikers Chokri Belaid habe ihn schockiert: "Wir waren in Tunesien sehr stolz auf unsere friedliche Revolution und den Übergang zur Demokratie. Ich hatte das Gefühl, betrogen worden zu sein, betrogen von Seiten der islamischen Extremisten, den Dschihadis." Der tunesische Präsident kritisierte erneut die Säkularen: "Manchmal fühle ich mich auch betrogen von den Extremisten der anderen Seite, die ein falsches Bild von Tunesien als ein Land voller Aufruhr verbreiten, das die Presse im Westen beeinflusst. Dieses Bild entspricht nicht der Realität."

Grundsätzlich sieht Marzouki sein Land auf einem guten Weg. "Wir haben einen Konsens bezüglich der neuen Verfassung erreicht, die wahrscheinlich in zwei Monaten stehen wird. Zwischen Oktober und Dezember wird es Wahlen geben. (...) In Portugal brauchte dieser Prozess mehr als acht Jahre, in Spanien mehr als drei. Tunesien wird seinen Wandel innerhalb von zwei Jahren vollzogen haben." Das sei beachtlich für ein Land "ohne Erfahrung mit demokratischen Prozessen".

Eine Verbesserung der wirtschaftlichen Situation erfordert Marzouki zufolge mehr Zeit: "Wir können keine Wunder vollbringen. Die Situation ist extrem angespannt, denn die Leute erwarten alles auf einmal. Sobald das Land stabiler ist, können wir mehr Investoren anziehen." Von Deutschland könne Tunesien etwas über die Bedeutung des Konsenses lernen: "Denn Deutschland versteht, was Konsens bedeutet, nicht nur politisch, sondern auch sozialpolitisch und ökonomisch gesehen, etwa mit Gewerkschaften."

Website Promotion

Website Promotion
Für die oben stehenden Stories, das angezeigte Event bzw. das Stellenangebot sowie für das angezeigte Bild- und Tonmaterial ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmeninfo bei Klick auf Bild/Titel oder Firmeninfo rechte Spalte) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber der Texte sowie der angehängten Bild-, Ton- und Informationsmaterialien. Die Nutzung von hier veröffentlichten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Bei Veröffentlichung senden Sie bitte ein Belegexemplar an service@lifepr.de.
Wichtiger Hinweis:

Eine systematische Speicherung dieser Daten sowie die Verwendung auch von Teilen dieses Datenbankwerks sind nur mit schriftlicher Genehmigung durch die unn | UNITED NEWS NETWORK GmbH gestattet.

unn | UNITED NEWS NETWORK GmbH 2002–2024, Alle Rechte vorbehalten

Für die oben stehenden Stories, das angezeigte Event bzw. das Stellenangebot sowie für das angezeigte Bild- und Tonmaterial ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmeninfo bei Klick auf Bild/Titel oder Firmeninfo rechte Spalte) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber der Texte sowie der angehängten Bild-, Ton- und Informationsmaterialien. Die Nutzung von hier veröffentlichten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Bei Veröffentlichung senden Sie bitte ein Belegexemplar an service@lifepr.de.