Im klassifizierten Reisebus kann der Gast den kurzen Trip oder die lange Reise mit gutem Gewissen genießen. Der Bus verbraucht nämlich wenig Energie und belastet die Atmosphäre kaum mit Schadstoffen. Studien von Klimaforschern belegen, dass der Reisebus bei durchschnittlicher Auslastung lediglich 32 Gramm Kohlendioxid pro Personenkilometer ausstößt. Zum Vergleich: Die Bahn belastet die Umwelt im Schnitt mit rund 52 Gramm, der PKW mit 144 Gramm und der Flieger bläst 369 Gramm in die Luft.
Diese Zahlen wurden sowohl vom Bundesumweltamt als auch vom Statistischen Bundesamt veröffentlicht. Trotzdem wirbt die Bahn mit großen Anzeigenkampagnen damit, beim Klimaschutz „ganz vorn“ zu liegen. „Die Bahn müsste es eigentlich besser wissen“, erklärt Rainer Klink. Dabei verweist der Vorsitzende der Gütegemeinschaft Buskomfort (gbk) auf eine aktuelle Studie, die von der „Allianz pro Schiene“, also den Lobbyisten der Bahn, in Auftrag gegeben wurde. Die Wissenschaftler des Schweizer Instituts Infras, die mit dem Fraunhofer-Institut und dem Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung zusammen gearbeitet haben, kommen bei ihrer umfassenden Analyse ebenfalls zu dem Ergebnis, dass der Bus der Klimaschützer Nummer 1 ist.
Thema der Untersuchung, die im Frühjahr veröffentlicht wurde (eine Zusammenfassung gibt es im Internet unter www.allianz-pro-schiene.de), sind die externen Kosten des Verkehrs in Deutschland – Kosten, die zwar von den Verkehrsteilnehmern verursacht aber nicht von ihnen getragen werden. Neben den Kosten, die durch Staus und Unfälle verursacht werden gehören dazu auch die finanziellen Folgen, mit denen die Gesellschaft durch die Klimaveränderung und schädliche Emissionen belastet wird. Ergebnis: Die gesamten externen Kosten des Verkehrs in Deutschland betrugen im Jahr 2005 etwa 80 Milliarden Euro. Mit gut einer Milliarde Euro hat der Bus den geringsten Anteil an dieser Summe und belastet damit auch den Steuerzahler am wenigsten.
Aufgrund ihrer niedrigeren Lärm- und Klimabelastung sind die externen Kosten der Busse laut dieser Studie etwa 26 Prozent tiefer als beim Schienenverkehr. Zudem stellen die Autoren fest, „dass aufgrund der verbesserten Motorentechnologie die Partikelemissionen der Busse im Zeitraum von 2000 bis 2005 um ca. 60 Prozent reduziert werden konnten, was zu deutlich tieferen Luftverschmutzungskosten in dieser Fahrzeugkategorie geführt hat.“
Zwar sind die direkten Emissionen durch den Dieselantrieb bei der Bahn am geringsten. Doch die indirekten Emissionen, die aus der Produktion des Bahnstroms resultieren, sind dreimal höher als beim Bus. Weshalb der Bus nicht nur beim Ausstoß von Kohlendioxid am besten abschneidet sondern auch bei anderen Treibhausgasen wie Methan und Distickstoffmonoxid (Lachgas).
Wer auf den umweltfreundlichen Bus umsteigt, muss auf nichts verzichten. Im Gegenteil: Moderne Reisebusse verwöhnen den Gast mit einem Maximum an Komfort. „Mittlerweile tragen rund 80 Prozent aller Busse, die von uns klassifiziert werden, vier oder fünf Sterne“, beobachtet Rainer Klink. Standard für einen Vier-Sterne-Bus zum Beispiel ist neben verstellbaren Rückenlehnen, Fahrgasttischen, Toilette und Bordküche auch eine Klimaanlage sowie eine komfortable Beinfreiheit von mindestens 74 Zentimetern. Und wer in den bunten Katalogen der Busreiseveranstalter blättert stellt fest: Die Branche bietet ihren Kunden viele attraktive Impressionen mit wenig Emissionen.