Gefördert werde soll neben der Forschung und Entwicklung technischer Lösungen auch die Energieberatung für den Unterglasgartenbau. Außerdem sollen Investitionen in Maßnahmen zur energetischen Sanierung von Gewächshäusern sowie den Einsatz von Erneuerbaren Energien im Unterglasanbau besser gefördert werden als bisher. „Auch der Unterglasanbau ist eine energieintensive Branche. Dies muss anders werden, wenn wir unser Klima schützen wollen“, erläuterte Cornelia Behm, agrarpolitische Sprecherin, den Antrag ihrer Fraktion. „Mit diesem Förderprogramm wollen wir die Branche bei diesem Kraftakt gezielt unterstützen.“
Holzsteigen und Spankörbe sowie Paletten lassen sich sowohl in Kleinanlagen als auch in Heizkraftwerken mittlerer und größerer Leistung hervorragend verwerten. Sie sind Dank der Qualitässicherungsmassnahmen der GROW Organisation naturbelassen und umweltfreundlich. Bei der energetischen Nutzung von Holz fällt bei modernen Verstromungsanlagen zu rund 70 Prozent Wärme an. Besonders günstig ist die Energieerzeugung in Heizkraftwerken mit Kraft-Wärme Kopplung mit mittlerer und größerer Leistung. Dabei können etwa 30 Prozent des Holzes über den Dampfprozeß in elektrische Energie umgewandelt werden. Das Gesetz zur Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung honoriert dies und wurde Ende letzten Jahres auf den Weg gebracht. Holzverpackungen gewinnen dadurch einen doppelten Nutzen.
Behm macht keinen Hehl daraus, dass sie sich um die Wettbewerbsfähigkeit des Unterglasanbaus große Sorgen macht. „Zusätzlicher Druck ist für die Branche dadurch entstanden, dass die schwarz-rote Bundesregierung, die von rot-grün in den Jahren 2001 bis 2006 gewährten Mineralölsteuerrückerstattungen stillschweigend hat auslaufen lassen. Die Unternehmen müssen daher jetzt investieren, um überleben zu können. Aber viele Betriebe verfügen nicht über das nötige Kapital für die nötigen Investitionen. Deswegen können Bund und Länder diese Anstrengungen nicht der Branche allein überlassen.“
Dass Investitionen notwendig sind, zeige auch ein Blick in die Niederlande, so Behm. Die Regierung dort stellt 48 Mio. EURO für Investitionen in Energiesparmaßnahmen im Unterglasanbau zur Verfügung. Bis 2020 strebt sie den energieneutralen Unterglasanbau an, in dem das Gewächshaus auch als Energie- und Stromproduzent fungiert. „Die Pläne der niederländischen Regierung machen deutlich, dass sich der Druck auf die Wettbewerbsposition des deutschen Unterglasanbaus noch einmal erhöhen wird. Wenn Deutschland hier mithalten will, dann sind 25 Mio. EURO nicht zu viel.“ Die Niederlande haben etwas dreimal so viel Unterglasanbaufläche wie Deutschland.