Die Gruppe der Meisterhandwerke - also die Betriebe, die einen Meister beschäftigen müssen - habe sich auch 2011 weiter stabilisiert. Mit 7.637 Betrieben stellen die Meisterbetriebe die stärkste Gruppe der Wirtschaftsmacht dar. Lediglich vier Betriebe weniger als im Vorjahr machen deutlich, dass neben den meisterlichen Kenntnissen vor allem betriebswirtschaftliche und pädagogische Fähigkeiten für eine nachhaltige Bestandskraft sorgen.
Spitzenreiter bei den zulassungspflichtigen Gewerken sind die Friseure mit einem Bestand von 1.273 und einem Zuwachs von 32 Betrieben, gefolgt von den Kfz-Technikern mit 789 Betrieben, die allerdings ein Minus von 12 Betrieben verzeichneten. Auf den dritten Platz rangieren die Elektrotechniker. Insgesamt 753 Betriebe sind mit diesem Handwerk eingetragen, gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 6. Mit 5 neuen Betrieben liegt das Hörgeräteakustiker-Handwerk auch gut im Rennen.
"Insgesamt 15 Fleischerbetriebe haben ihre Tore für immer geschlossen", bilanzierte Michalke weiter. Neben den Kfz-Technikern mit minus 12 Betrieben gibt es in 2012 auch 8 Dachdecker-, 7 Feinwerkmechaniker- und 4 Tischlerbetriebe weniger.
Dagegen lässt sich besonders im zulassungsfreien Handwerk der Trend zum ungehinderten Einstieg ablesen. Dort legte der Bestand um 141 auf 2.857 Unternehmen zu (plus 5,2 %). "Eine fachliche Qualifizierung in diesen Berufen muss nicht mehr nachgewiesen werden - deshalb sind hier nach der Durststrecke der Konjunkturkrise Könner und Glücksritter gleichermaßen unterwegs", erläuterte Michalke. Gerade hier werde der konjunkturelle Aufschwung in höheren Betriebszahlen sichtbar, denn im Vorjahr gab es lediglich eine Steigerung von 4 Prozent.
Die 141 Einträge verteilen sich in der Mehrzahl auf 70 Gebäudereiniger-Betriebe (insgesamt 650 Betriebe), 45 Betriebe des Fliesen-, Platten- und Mosaikleger-Handwerks (insgesamt 867 Betriebe) sowie plus 24 Raumausstatter-Unternehmen in den Berufen Raumausstatter (480).
Stabil zeigten sich im Jahr 2011 die Betriebe in den handwerksähnlichen Gewerben. Mit 2.384 Betrieben sind sie zwar die zahlenmäßig schwächste Gewerbegruppe, konnten aber im Vorjahr ein klares Plus von 21 Betrieben verzeichnen. Allein mit 12 Unternehmen liegen dabei die Kosmetiker (insgesamt 726 Betriebe) ganz weit vorn, während in den anderen Gewerben zumeist Rückgänge zu verzeichnen waren.
"Mit 12.878 Betrieben ist das Handwerk als Wirtschaftsmacht von nebenan stark aufgestellt. Seit über 30 Jahren ist dies die höchste Betriebszahl, mit der das Handwerk in der Region Rhein-Neckar-Odenwald aufwarten kann", bilanzierte Michalke die vorgetragenen Zahlen. "Noch nie war das Handwerk in der Region stärker. Damit bleibt auch 2012 das Handwerk ein wesentlicher wirtschaftlicher Faktor in der Region, eben die 'Wirtschaftsmacht von nebenan'", sagte er abschließend.