Unternehmerische Nachhaltigkeit (CSR) gewinnt in globalisierten Wirtschaftsprozessen zunehmend an Bedeutung. Übernehmen die Unternehmen damit politische Verantwortung im Rahmen einer Multi Level Governance? Zweifelsohne erfordern ökologische und soziale Problemlagen zunehmend internationale Lösungen und damit eine Regulierung im Rahmen eines internationalen Mehrebenensystems: Erderwärmung, Korruption oder Menschenrechte sind keine Probleme, die an den Grenzen des Nationalstaates Halt machen und national befriedigend gelöst werden können. Sie haben eine inter- und transnationale Dimension und erfordern eine ebenenübergreifende Politik, die sowohl private, öffentliche und zivilgesellschaftliche Akteure als auch neue und informelle Interaktionsformen einschließt.
Der Vortrag stellt empirische Befunde aus einem Projekt vor, das die Nachhaltigkeitspolitik von 13 namhaften deutschen transnational agierenden Großunternehmen untersuchte. Im Ergebnis zeigt sich: Nicht zuletzt wird soziale und ökologische Verantwortung verstärkt zur Voraussetzung unternehmerischen Erfolgs. Sicher ist, dass gerade im Bereich der internationalen Arbeits- und Sozialstandards dringender Handlungsbedarf besteht. Für Gewerkschaften und Betriebsräte ergibt sich daraus unter anderem die Empfehlung, bilaterale Kooperationen mit Nicht-Regierungsorganisationen zu suchen und zu nutzen.
Prof. Dr. Beate Zimplemann studierte Chemie, Geographie und Politikwissenschaften an der Universität Freiburg und Universität Oldenburg. Anschließend promovierte sie an der Universität Oldenburg im Bereich Politikwissenschaften. Seit 2005 ist sie Professorin für "Praxis der Politik" und Studiengangsleiterin des Internationalen Studiengangs Politikmanagement.