Einen leicht überdurchschnittlichen Zuwachs von elf Prozent verbuchte der Landkreis Reutlingen. Die Exporte stiegen von 3,0 Milliarden Euro in 2006 auf 3,3 Milliarden Euro in 2007. Eine Zunahme in fast gleicher Höhe erzielte der Zollernalbkreis. Dort konnten die Unternehmen im vergangenen Jahr Waren im Wert von 1,46 Milliarden Euro ins Ausland verkaufen, ein Plus von 10,8 Prozent. Nach zwei sehr erfolgreichen Jahren mit zweistelligen Zuwachsraten im Export bildet der Landkreis Tübingen im Jahr 2007 das Schlusslicht. Das Ausfuhrvolumen stieg dort nur um 6,7 Prozent von 1,20 Milliarden Euro auf 1,28 Milliarden Euro.
Zuwächse eigentlich noch höher
"Die Zuwächse müssten eigentlich noch etwas höher ausfallen", erläutert Petra Brenner, bei der IHK zuständig für Außenwirtschaft, das vorliegende Ergebnis. Der Hintergrund: Bislang waren alle Unternehmen ab 20 Beschäftigte gegenüber dem Statistischen Landesamt berichtspflichtig. Seit 2007 sind dies nur noch die Betriebe ab 50 Mitarbeiter. Die neuesten Zahlen enthalten daher nicht mehr das Ausfuhrvolumen der Unternehmen zwischen 20 bis 50 Mitarbeitern. Es fehlen rund vier Prozent Exportvolumen. Das entspricht für Neckar-Alb etwa 250 Millionen Euro. Umgekehrt bedeutet dies: Die Firmen mit mehr als 50 Beschäftigten erbringen 96 Prozent der Exporte in der Region. Neben der insgesamt positiven Exportentwicklung zeige der von der Wirtschaft vehement geforderte Abbau von Statistik-Bürokratie Wirkung, sagt Brenner. "Von ehemals 610 meldepflichtigen Unternehmen in der Region müssen nur noch 305 Unternehmen monatlich ihre Daten abliefern."
Weiterhin Nachholbedarf beim Export
Die regionale Exportquote, der Anteil des Auslandsumsatzes an den Gesamtverkäufen, ist von 45,5 auf 46,1 Prozent gestiegen. Sie hinkt jedoch immer noch der baden-württembergischen Exportquote von 51,2 Prozent hinterher. Der Landkreis Tübingen legte um 1,3 Prozentpunkte zu, auf nunmehr 49 Prozent. Reutlingen konnte sich minimal von 47,1 auf 47,3 Prozent verbessern. Im Zollernalbkreis nahm die Exportquote von 40,7 auf 41,6 Prozent zu. "Die Abhängigkeit der Betriebe von Auslandsbestellungen ist noch größer geworden", kommentiert Petra Brenner. "Das wird sich in den nächsten Jahren fortsetzen, wenn auch nicht mit der Dynamik der beiden letzten Jahre." Die IHK unterstützt die Unternehmen weiterhin mit ihrer erfolgreichen Exportoffensive Neckar-Alb. Im Rahmen des Projektes "Export Business Angels" können Unternehmen das Erfahrungswissen ehemaliger Führungskräfte aus der Wirtschaft nutzen. Gemeinsam mit dem weltweiten Netzwerk der 120 Auslandshandelskammern und Delegiertenbüros werden aktiv passende Geschäftspartner vermittelt. Bei einer Fachinformationsreise "Rund um den Bau" im Oktober nach Russland können internationale Kontakte geknüpft werden.
Zahlen und Fakten 2007
Ausfuhrvolumen der BRD: 969,0 Milliarden Euro (+ 8,5%)
Ausfuhrvolumen Baden-Württemberg: 145,1 Milliarden Euro (+ 8,9 %)
Ausfuhrvolumen der Region Neckar-Alb: 6,07 Milliarden Euro (+ 10,0 %)