- Aktienmärkte uneinheitlich
- EZB wird bei Inflationsgefahr umgehend handeln
- China: der Abwärtstrend der chinesischen Industrie hat sich beschleunigt
- US-Fed: Bei einem neuerlichen Rückschlag in Europa würde die Notenbank "Gewehr bei Fuß" stehen, sagte Ben Bernanke
Von konjunktureller Seite sind heute zunächst die ersten Schätzungen der europäischen Einkaufsmanagerindizes des laufenden Monats von Interesse. Es wird mit leichten Verbesserungen gerechnet, sowohl im Verarbeitenden Gewerbe als auch im Dienstleistungssektor. Positive Vorgaben liefern die Sentix- und ZEW-Umfragen, während der leicht vorlaufende ISM-Index dafür spricht, dass die Erwartungen nicht zu hoch gesteckt werden sollten. Das belgische Unternehmensvertrauen liefert ebenfalls eine Indikation für den ifo-Geschäftsklimaindex, der Anfang kommender Woche zur Veröffentlichung ansteht. In Übereinstimmung mit den allgemein vermuteten Stimmungsaufhellungen wird der belgische Indikator ebenfalls etwas höher erwartet. Bis jetzt stehen die Chancen gut, dass auch der ifo-Index sein hohes Niveau halten oder noch weiter ausbauen kann. Auch in den USA lassen die zuletzt veröffentlichten Konjunkturdaten auf eine fortgesetzte Erholung hoffen. Heute steht der Index der Frühindikatoren auf dem Programm. Er dürfte das fünfte Mal in Folge zulegen und damit zeigen, dass die US-Wirtschaft auf Wachstumskurs ist. Positiv entwickeln sich derzeit auch die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe. Der Vierwochendurchschnitt liegt mit Werten um 355 Tsd. auf einem Niveau, das zuletzt vor vier Jahre zu beobachten war. Er lässt auf einen fortgesetzten Rückgang der Arbeitslosigkeit schließen.
Aktienmärkte: Der Dax startete gestern überraschend fest in den Handel um im weiteren Verlauf die zwischenzeitlichen Tagesgewinne nahezu vollständig abzugeben. Insgesamt kann festgestellt werden, dass mit der sehr ausgeprägten Aufwärtsbewegung seit Jahresbeginn, bereits einiges an positiver Erwartungshaltung im Markt auf dem aktuellen Niveau eingepreist ist. Nicht zuletzt deshalb ist dem deutschen Leitindex zuletzt das Momentum ein wenig abhanden gekommen, was auch an den eher unterdurchschnittlichen Umsätzen abzulesen ist. Neu aufgekommene Sorgen um die konjunkturelle Verfassung Chinas wirkten ebenfalls dämpfend. Alles in allem ist eine (deutlichere) Korrekturbewegung überfällig und normal. Glaubt man einer langjährigen Statistik, ist die größte Performance an den letzten Tagen eines Monats und an den ersten Tagen des Folgemonats zu erzielen. Heute wird der Dax, auf Basis der uneinheitlichen Entwicklung an den Übersee-Börsen, etwas leichter in den Handel starten. Nicht zuletzt wird die Nachricht, dass sich der Abwärtstrend der chinesischen Industrie beschleunigt hat, das Sentiment belasten. Der weitere Handelsverlauf dürfte wesentlich von der Vielzahl der heute zur Veröffentlichung anstehenden Daten beeinflusst werden. An der charttechnischen Beurteilung des Dax hat sich nichts verändert. Aktuell befindet sich der Index in einer Korrekturphase, die in der Regel bis zu zehn Kerzen umfassen kann. Erst dann wird sich zeigen, ob diese auf der Oberseite verlassen wird und dadurch eine bullische Fortsetzungsformation entsteht. Sollte dies der Fall sein, würde daraus weiteres Aufwärtspotenzial mit einem Umfang von rund 300 Punkten (ausgehend von der Ausbruchsmarke) entstehen. Auf der Unterseite stellt nach wie vor die Support-Marke von 6.971Punkten eine wichtige Stellschraube dar.