Bezüglich der Einzelhandelsumsätze bleibt festzustellen, dass die Vorgaben überwiegend negativ sind. Die Konsensschätzung für den Einzelhandel ist inzwischen aber reduziert worden, so dass wir per saldo kein Enttäuschungspotenzial ausmachen.
Schwach sind auch die Vorgaben für die Industrieproduktion der Eurozone. Teilweise deutlich sinkende Produktionsleistungen in Deutschland, Italien und Spanien können kaum durch das ordentliche Plus in Frankreich und den Niederlanden ausgeglichen werden. Gegenüber der Konsensschätzung ergibt sich jedoch ein leicht positives Überraschungspotenzial.
Aktienmärkte: Nach anfänglichen Kursgewinnen, welche den Dax in der Spitze bis auf 6.211 klettern ließen, trat der deutsche Leitindex zunächst auf der Stelle. Angesichts der vielen Unsicherheiten im Bezug auf die europäische Schuldenkrise, war dies nicht überraschend. Allerdings muss auch berücksichtigt werden, dass mit dem großen Verfalltermin am Freitag und nicht zuletzt mit der entscheidenden Wahl am Sonntag in Griechenland noch zwei nennenswerte Events auf der Agenda stehen. Welche Kursreaktionen, sowohl im Positiven - als auch im Negativen politische Entscheidungen derzeit nach sich ziehen können, hat zuletzt das Beispiel Spaniens mehr als deutlich gezeigt. Per Saldo hat der V-Dax gestern erneut zugelegt und kletterte über die 30er-Marke. Diese Tendenz dürfte sich auch in den kommenden Tagen fortsetzen. Insgesamt kann zusammen gefasst werden, dass das "Ereignis-Risiko" hoch bleibt. Immer wieder in den Markt getragene Gerüchte (z.B. über die Situation Italiens) und Kommentare verschiedener Politiker (welche zum Teil Gegenkommentare auslösten) haben weiterhin das Potenzial für Verwerfungen zu sorgen. Bei den Einzeltiteln stellte sich das Bild gemischt dar, während auf europäischer Ebene vor allem Finanztitel zu den größeren Verlierern zählten, waren auf der anderen Seite defensive Werte wie E.ON, GDF und Unilever gesucht. Die Vorgaben für den heutigen Handelsstart fallen positiv aus. Die Wall Street profitierte von Aussagen des FED-Mitglieds Evans, welcher sich für weitere geld-politische Maßnahmen aussprach. Damit rückt die Sitzung der US-Notenbank in der kommenden Woche verstärkt in den Blickpunkt. Auch die Äußerungen der EZB, wonach die Schaffung einer Bankenunion in Europa befürwortet wird, wurden gut aufgenommen. Die Indikation für den Dax liegt bei 6.201 Zählern. Damit bleibt die 200-Tage-Linie in Reichweite. Knapp darüber, im Bereich von 6.250 Zählern befinden sich eine ganze Reihe weiterer Widerstände, so dass es abzuwarten gilt, ob der deutsche Leitindex über ausreichend Kraft verfügt, diese massive Widerstandszone (nachhaltig) zu überwinden.
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