- S&P senkt Ratingausblick für Griechenland von stabil auf negativ.
- Euro-Gruppen-Chef Juncker hält einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone für beherrschbar, wenngleich nicht wünschenswert.
Heute stehen Zahlen der zweiten Reihe zur Veröffentlichung an, die bei Marktteilnehmern dennoch auf Interesse stoßen. Die deutsche Industrieproduktion wird wohl zeigen, dass Deutschland immer weniger in der Lage ist, sich der europäischen Schuldenkrise zu widersetzen. Bis jetzt haben die deutschen Exporte und eine rekordniedrige Arbeitslosigkeit dabei geholfen, eine gewisse Immunität gegen die EWU-Krise zu entwickeln. Diese Immunität scheint allmählich zu schwinden, denn die Einkaufsmanagerindizes sind bereits auf einem erschreckend niedrigen Niveau. Auch der gestern gemeldete Auftragsrückgang von 1,7 % lässt darauf schließen, dass die Produktionstätigkeit im Juni nachgelassen hat. Die Konsensschätzung von -0,8 % könnte unterschritten werden. Schwach zu erwarten sind auch die spanischen Produktionszahlen. Die italienischen Daten zur Realwirtschaft haben bereits gezeigt, dass es um die Konjunktur der EWU-Peripherie nicht gut bestellt ist. So sank die Produktion im Juni um 1,4 %, und das Bruttoinlandsprodukt wies nach vorläufigen Angaben zum vierten Mal in Folge ein Minus auf. Mit -0,7 % hat sich der BIPRückgang zwar leicht verlangsamt. Mit einer schnellen Rückkehr zu Wachstum ist dennoch nicht zu rechnen, da der Ausblick für die Inlandsnachfrage getrübt ist. Neben den deutschen und spanischen Produktionszahlen steht noch die Geschäftsstimmung der französischen Zentralbank im Kalender. Insgesamt dürften die anstehenden Zahlen keinen Konjunkturoptimismus schüren. Da aber die Konsensschätzungen bereits negativ sind und sich vor diesem Hintergrund die negativen Überraschungen in Grenzen halten, sollte die seit Ende letzter Woche zu beobachtende Risikobereitschaft der Marktteilnehmer kaum nachlassen.
EUR-USD: Der Euro hat in den letzten Tagen nicht nur zum US-Dollar zugelegt, auch gegenüber dem Yen und dem Pfund hat er zum Teil deutliche Gewinne erzielt. Bei EUR-USD ist auffällig, dass mit dem Anstieg über den kurzfristigen Abwärtstrendkanal weiteres Potenzial nach oben generiert wurde. Sollten die Widerstände um 1,2440 und um 1,25 überwunden werden, wäre ein Anstieg bis 1,2692 denkbar. Hier liegt das markante Hoch vom 29. Juni. Die überwundene Abwärtstrendlinie (heute 1,2321) stellt eine wichtige Unterstützung dar. Trading-Range: 1,2320 - 1,2445.