Der Optimismus der Aktienanleger wurde zuletzt einer ersten Belastungsprobe unterzogen. Während die US-Leitindizes Dow Jones Industrials und S&P 500 die im Januar erzielten Kursgewinne weitgehend behaupteten, notierten DAX und EURO STOXX 50 gegenüber dem Jahresultimo zwischenzeitlich sogar leicht im Minus. Als Stimmungsbremse erwies sich dabei ein Thema, das nach dem sogenannten Draghi-Put fast aus den Schlagzeilen verschwunden war: die "Euro-Krise". Korruptionsvorwürfe gegen spanische Regierungsmitglieder und die Ende Februar in Italien anstehenden Parlamentswahlen haben zuletzt wieder gewisse Zweifel an der reibungslosen Fortsetzung des eingeschlagenen Reformkurses aufkeimen lassen. Entsprechend bilden Euro-Titel bislang das Schlusslicht in der Triade (USA, Euroraum, Japan). Für die USA steht die Korrektur überzogener Erwartungen noch aus: Während Aktienanleger in den vergangenen Wochen immer optimistischer wurden, überwogen per Saldo zuletzt die negativen Überraschungen. Die Voraussetzungen dafür, dass die nur noch wenige Prozentpunkte entfernten Allzeithochs bei S&P 500 und Dow Jones Industrials im ersten Anlauf überschritten werden, sind somit nicht besonders günstig. Immerhin bildeten US-Aktien auch 2011 und 2012 ein Zwischenhoch aus, als der Saldo der Konjunkturüberraschungen negativ wurde.
Die meisten Vorschusslorbeeren hat jedoch der japanische Nikkei 225 erhalten. In Erwartung einer künftig deutlicher expansiven Geldpolitik und unterstützt durch eine signifikante Abwertung des Japanischen Yen verzeichnete der Nikkei 225 seit November 2012 einen raketenhaften Kursanstieg. Allein seit dem Jahresultimo konnte das dortige Kursbarometer um rund 9 % zulegen. Anlegern aus dem Euroraum brachte dies allerdings wenig. Die Kurszuwächse wurden vollständig durch die Währungsverluste aufgezehrt. Aufgrund des angestrebten Politikwechsels passen wir in Übereinstimmung mit unserer Veränderung der Yen-Prognose auch unsere Kursziele für den Nikkei 225 an. Ein Großteil der geldpolitischen Fantasie dürfte allerdings bereits verfrühstückt sein. Angesichts akuter Überhitzungserscheinungen droht ähnlich wie schon bei den europäischen Indizes zunächst eine Konsolidierungsphase. Mittelfristig sprechen jedoch die weltweit sehr expansive Geldpolitik, steigende Frühindikatoren und damit einhergehend zumindest stabile Gewinnperspektiven für wieder höhere Notierungen bei den international führenden Aktienindizes.