Die Maßnahmen dienen der Erreichung der Anforderungen der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL), also des europäischen "Wasserrechts". Hiernach sind die Mitgliedstaaten der Europäischen Union verpflichtet, die Gewässer in ihrem Hoheitsgebiet bis zum Jahre 2015 so zu verbessern, dass sich ein für das jeweilige Gewässer typischer Tier- und Pflanzenbestand entwickeln kann. Dabei weisen die schleswig-holsteinischen Gewässer aufgrund der verbesserten Abwasserreinigung weit überwiegend eine Wasserqualität auf, die das Vorkommen der relevanten Arten ohne weiteres zulässt. Die Hauptdefizite liegen somit im Bereich der derzeit noch unzureichend naturnahen Gestalt der Gewässer, die darum den Arten die erforderlichen Lebensräume nicht bieten.
Ergänzend hierzu werden zur weiteren formalen Umsetzung der WRRL die so genannten "wichtigen Wasserbewirtschaftungsfragen" identifiziert, die für den ersten, bis 2015 geltenden Bewirtschaftungsplan der Flussgebietseinheiten von besonderer Bedeutung sind. In den Bewirtschaftungsplänen ist darzustellen, welche Belastungen und Veränderungen an den Gewässern vorliegen und mit welchen Maßnahmen diese beseitigt oder wenigstens vermindert werden können. Für die schleswig-holsteinischen Gewässer ist dies vor allem die Beeinträchtigung der Gewässerstrukturen durch Ausbau und Begradigung sowie die Nährstoffbelastungen des Grundwassers, der Seen und der Küstengewässer.
Ende des Jahres werden die wichtigen Wasserbewirtschaftungsfragen der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Bürger des Landes erhalten in diesem Rahmen Gelegenheit zur Stellungnahme. Sie können dann angeben, ob sie weitere Fragen für die Gewässerbewirtschaftung für wichtiger halten oder bessere Maßnahmen zur Verminderung der Belastungen vorschlagen.
In Schleswig-Holstein wurde dieses Thema auch in den 34 Arbeitsgruppen der Bearbeitungsgebiete des Landes erörtert, in denen u. a. die Wasser- und Bodenverbände, die Naturschutzverbände, der Bauerverband und die Fischereiverbände mitwirken. Die eingangs aufgeführten Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässerstrukturen wurden dabei in diesen Arbeitsgruppen gemeinsam entwickelt, um an den Gewässern wieder natürlichere Strukturen zu entwickeln und Nährstoffeinträge zu vermindern.