"Zunächst einmal muss festgestellt werden, dass sich das Projekt derzeit in der Planungsphase befindet und schon deshalb als Ursache für aktuelle Probleme ausscheidet. Die Planungsgrundlage bildet ein fundierter Projektantrag, welcher in enger Zusammenarbeit mit den Ländern und dem Bund erstellt und mit der Region umfangreich abgestimmt wurde", sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.
Es gebe klare Rahmenbedingungen für das Projekt, deren Einhaltung die Länder und der Bund überwachen. So dürfe es z.B. keine Verschlechterung des Hochwasserschutzes geben und die Anlieger-Interessen seien zu berücksichtigen. Mit den Landnutzern würden gemeinsam Lösungen gesucht.
Die Niederschläge der letzten Monate hatten, insbesondere auch in Brandenburg, Vernässungen landwirtschaftlicher Nutzflächen zur Folge. Vor allem in Niederungsgebieten sowie dort, wo Hang- und Schichtenwasser austritt, kam es zeitweise zu Überschwemmungen oder aufgeweichten Böden. Bei der Suche nach den Ursachen waren Stimmen zu hören, die die Renaturierung der Unteren Havel als Ursache für die Vernässungen im Havelländischen Luch erkennen wollten.
Der NABU wird gemeinsam mit den Ländern Brandenburg und Sachsen-Anhalt in den kommenden 12 Jahren Gebiete an der Unteren Havel zwischen Pritzerbe in Brandenburg und Gnevsdorf in Sachsen-Anhalt naturnah gestalten. Das mit 25 Millionen Euro veranschlagte größte europäische Flussrenaturierungsprojekt wird aus Bundes- und Landesmitteln gefördert. Der NABU beteiligt sich mit 1,75 Millionen Euro.
"Wir befinden uns in einem fundierten, seriösen und außerordentlich komplexen Planungsprozesses, der mit Argusaugen von zahlreichen Fachleuten und Interessenvertretern begleitet und mitgestaltet wird. Planungsergebnisse werden erst 2008 erwartet. Somit kann derzeit niemand behaupten, er wüsste, wie die Maßnahmen einmal wirken", so Miller. Das Havel-Projekt sei ein Gewinn für die Region. Viele hätten das in den letzten Jahren erkannt. Der NABU sei darauf stolz und werde das vor Ort erworbene Vertrauen voll rechtfertigen.