Mit einer Leistung von knapp 1,2 Mio. Tonnen ist der Ostuferhafen stärkster Hafenteil und trägt 47 % zum Gesamtumschlag via Kiel bei. In 2006 wurden hier letzte ergänzende Suprastrukturinvestitionen abgeschlossen. Dirk Claus: „Unsere Kunden finden ein komplettes und qualitativ hochwertiges Dienstleistungsangebot vor. Das Zusammenspiel von Hafen, Reedereien und Stauereien funktioniert sehr gut.“ Gerade erst im Juni hat der Ostuferhafen wieder seine ganze Leistungsfähigkeit bewiesen, als zusätzliche Schiffe sowohl der Stena Line als auch von DFDS Tor Line reibungslos abgefertigt wurden.
Entsprechend dem Stückgutumschlag konnte auch der kombinierte Ladungsverkehr Schiene/Schiff stark zulegen. Im ersten Halbjahr wurden 6.450 KV-Einheiten umgeschlagen. Gegenüber 5.225 Einheiten des Vergleichszeitraums entspricht dies einem deutlichen Plus von über 23 %. Die positive Entwicklung verteilt sich etwa gleichgewichtig auf das KV-Terminal im Ostuferhafen und den Norwegenkai.
Neben dem Osteuropaverkehr verzeichnet auch der Skandinavienverkehr ein kräftiges Umschlagsplus, sodass beide Fahrtgebiete im Umschlagsvolumen in etwa gleichauf liegen. „Die Stena Line erzielte auf der Route Kiel – Göteborg zweistellige Wachstumsraten und auf der Color Line-Route Kiel – Oslo sind die verfügbaren Kapazitäten nahezu vollständig ausgelastet“, freut sich der Kieler Hafenchef.
Den Blick auf die Zukunft gerichtet, plant die SEEHAFEN KIEL bereits die Integration des nördlich an den Ostuferhafen angrenzenden ehemaligen Ortopedia-Geländes. Hier sollen mit Unterstützung des Landes Schleswig-Holstein etwa 4 Hektar zusätzliche Hafenfläche entstehen. Dirk Claus: „Wird unserem Förderantrag zugestimmt, so kann die Konversion bereits im kommenden Jahr beginnen. Wir schaffen damit die Voraussetzungen für weiteres Wachstum des Güterumschlages.“ Im Stadthafen läuft derweil die Erweiterung des Norwegenkais auf Hochtouren, um die Anlage dem steigenden Bedarf der Color Line anzupassen. Insgesamt investiert die SEEHAFEN KIEL in den nächsten Jahren über 50 Mio. Euro in die Hafenanlagen.
Entgegen dem steigenden Stückgutumschlag war der Umschlag von Massengütern im ersten Halbjahr des Jahres rückläufig. Geringere Mengen meldeten sowohl die Tanklager wie auch der Silobetrieb im Nordhafen. Dazu hat das Kohlekraftwerk weniger Brennstoff auf dem Seeweg bezogen und Anlieferungen auf die Schiene verlegt. In Summe wurden knapp 0,6 Mio. Tonnen Massengüter meist über private Anlagen umgeschlagen.
Im Passagierverkehr via Kiel wurden gut 664.000 Reisende gezählt, ein Plus von 3,3 %. Während der Fährverkehr nur leicht zulegte, wächst das Marktsegment Kreuzfahrt nach Inbetriebnahme des neuen Ostseekais zweistellig.