„Obwohl der Stadtumbau und damit einhergehende Sanierungen weitestgehend zu einem sehr guten innerstädtischen Ambiente geführt haben“, so Fachbereichsleiter Heinz Friedrich Franke, „würden doch wichtige Konsumangebote gerade in hochwertigen Handelsegmenten fehlen.“ Alternativ würden Hallenser entsprechende Angebote in Leipzig wahrnehmen, was zu Kaufkraftabfluss aus der Innenstadt führe. Darüber hinaus locken auch große Einkaufszentren wie in Peißen und Günthersdorf.
„Viele Hallenser glauben, dass die City-Lage schlecht mit dem Auto zum Einkaufen zu erreichen ist“, sagte Franke. Dies sei unbegründet. Neben der verkehrstechnisch günstigen Erschließung mittels Straßenbahn gibt es zentrumsnah ausreichende Parkhauskapazitäten. Auch die Verkehrsleitung für Pkw in die Innenstadt sei aus allen Himmelsrichtungen über einen komfortabel umgebauten Riebeckplatz gegeben. „Der einstige Angstfaktor Riebeckplatz ist absolut neutralisiert worden“, erklärte Franke. Die gute Innenstadterschließung für den Individualverkehr müsse in Zukunft besser für Hallenser und Gäste aus dem Umland kommuniziert werden.
Die Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados schlug vor, auch ganz gezielt Maßnahmen zur zentrumsnahen Ansiedlung hochwertiger Werkstatt-Läden aus dem anspruchsvollen Kunst- und Kunstgewerbesegment zu entwickeln. „Halle hat eine renommierte Hochschule für Kunst und Design. Absolventen und bereits arrivierte Künstler sollen in die Lage versetzt werden, ihre Angebote an eine anspruchsvolle Käuferklientel richten zu können. Das stärkt das Stadtzentrum.“ Darüber hinaus will die Oberbürgermeisterin gezielt in Erfahrung bringen, warum es in der City-Lage noch unbebaute oder unsanierte Grundstücke in Privathand gebe. „Halle sollte sich keine Dreckecken, die Händler wie Konsumenten gleichermaßen abschrecken, leisten“, so Dagmar Szabados.
Zu den positiven Auswirkungen des so genannten Bürgerhaushalts 2007 äußerte sich die Stadtkämmerei. In einem Positionspapier präsentierte der Fachbereich Möglichkeiten diese direkte Bürgerbeteiligung bei der Aufstellung des jährlichen Stadthaushalts gewinnbringend für die Stadtverwaltung zu nutzen und für in der Zukunft zu einer partizipierenden Haushaltsaufstellung weiter zu entwickeln.
So soll bis zu der Verfahrensumstellung der Haushaltsplanung von der kameralistischen Methode nach Einnahmen und Ausgaben auf das System der doppelten Buchführung, DOPPIK genannt, im Jahr 2009 ein ganzheitliches Konzept zum Bürgerbeteiligungsverfahren und zur Rechenschaftslegung erarbeitet werden.