In der ersten Inbetriebnahmestufe wurden die Gebäude der UZ Halle (Saale) Hbf (West) und des ESTW-A Halle Ammendorf errichtet. Gleichzeitig hat Thales im neuen Stellbereich des ESTW-A Halle Ammendorf 102 Signale und 94 Formsignale montiert und gestellt sowie 127 Achszähler, 33 Weichen, 2 Gleissperren und 17 Geschwindigkeitsprüfabschnitte in Betrieb genommen.
Da das ESTW-A Halle Ammendorf als Knoten zwischen dem Hauptbahnhof und seinen südlichen Zulaufstrecken fungiert, war eine große Anzahl von Relaisblockanpassungen notwendig. Zur Lösung dieser logistisch anspruchsvollen und zeitaufwendigen Umbauten, vor allem in den Altstellwerken, wurde mit einer zeitversetzten Außerbetriebnahme der einzelnen Strecken (Reduzierung auf Ersatzsignalfahrten) gearbeitet.
Der Start erfolgte mit der Relaisblockanpassung der eingleisigen Strecke 6351 Richtung Halle (Saale) Leuchtturm am 28.05.2008 um 06:00 Uhr. Es folgten die zweigleisigen Strecken 6350 nach Halle (Saale) Gbf (Stw Hg18) und 6340 nach Bf Schkopau am 29.05.2008. Es schlossen sich am 30.05.2008 der Umbau der Blockanpassungen der zweigleisigen Stecke 6343 und der eingleisigen Strecke 6051 nach Bf Halle-Südstadt Stw B1 sowie der zweigleisigen Strecken 6340 und 6343 nach Halle (Saale) Hbf an. Die erfolgreiche Abnahme aller 7 Relaisblockanpassungen konnte am 31.05.2008 gegen ca. 12:00 Uhr vermeldet werden.
Mit der Vollsperrung des gesamten Bereiches am 31.05.2008 um 18:00 Uhr ging die Inbetriebnahme in ihre letzte und entscheidende Phase. Es galt nun alle 33 Weichen und die zwei Gleissperren an das neue Stellwerk anzuschließen und sämtliche Signale zu entdunkeln sowie deren zugehörige Gleismagnete scharf zu schalten. Trotz des gegen 22:00 Uhr einsetzenden Unwetters mit Blitz, Donner und Starkregen wurden alle Umbauten und Abnahmen am Morgen des 01.06.2008 gegen 03:30 Uhr abgeschlossen.
Im Anschluss erfolgte die Übergabe des Stellwerkes an die zwei Fahrdienstleiter des neu erstellten Steuerbezirks 08 in der BZ Leipzig. Diese führten die planmäßigen Prüffahrten zwischen 03:40 und 5:35 Uhr ohne Probleme durch, sodass pünktlich um 6:00 Uhr der Regelbetrieb aufgenommen werden konnte.
Sowohl Auftraggeber als auch alle anderen Beteiligten zeigten sich sehr zufrieden mit der reibungslosen Abwicklung dieses technisch anspruchsvollen Projektes und der Inbetriebnahme.
Wir möchten uns hiermit bei unseren Auftraggebern, der DB Netz AG und der DB ProjektBau GmbH, sowie beim Eisenbahn-Bundesamt für das entgegengebrachte Vertrauen und die gute Zusammenarbeit bedanken und freuen uns auf neue gemeinsame Herausforderungen.